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Stummfilm mit Eleonora Duse
Thomas und Kayoko Beckmann bieten
seit 1991 einen Stummfilm mit Eleonora Duse an, der musikalisch untermalt
wird. Dieses Filmprogramm ist im Gegensatz zum eher heiteren "Chaplin"-
Filmprogramm eine ernstes Programm, das mit klassischen Sonaten kombiniert
wird (z.B. Schubert "Arpeggione", Mendelssohn D-dur, Beethoven,
Brahms oder Shostakovich).

Der Stummfilm "Cenere"
von 1916 ist ein ganz rares Filmdokument, da es der einzige Film ist,
in dem die legendäre Schauspielerin Eleonora Duse zu sehen ist. In
Beckmanns Konzert wird das aus amerikanischen Beständen losgeeiste
Kleinod von impressionistischer Musik untermalt. Während der Dreharbeiten
zum Film hatte die Duse sich seinerzeit bei den tragischen Szenen vom
italienischem Cellisten Livio Boni inspirieren lassen, der ihr bei den
Aussenaufnahmen im Gebirge auf seinem Instrument aus Teilen der Sonate
für Violoncello und Klavier von Claude Debussy vorspielte. Diese
Musik ist dem Film im Konzert leitmotivisch unterlegt.
Als große Antipode zu Sarah
Bernard hatte die Duse auf ihre Zeitgenossen eine magische Wirkung, die
heutzutage nur noch mit den Erfolgen von Popstars verglichen werden kann.
So begann das Publikum bei Auftritten der Duse in den Theatern lauthals
zu schluchzen und zeitgenössische Kritiken wie die der Lou Andreas-Salome
in der "FreieBühne für den Entwicklungskampf der Zeit"
von 1893 lesen sich wie folgt:

"Der Begeisterungssturm,
den Frau Duse während ihres BerlinerGastspiels entfesselt hat, ist
ein derartig überschwenglicher, aller Grenzen spottender, jegliches
Mass übersteigender gewesen, dass es fast peinlich ist, im gemässigten
Ton von ihr zu sprechen....".
Als die Duse 1924 starb, wurde
der Verkehr von New York ihr zu Ehren für 20 Minuten angehalten.
Sie wurde in einem für sie abkommandiertem Schlachtschiff der Marine
in ihre Heimat Italien überführt. Als der "Dullio"
die Meerenge von Gibraltar durchfährt, erhält er von allen vorüberfahrenden
Schiffen einen radiotelegrafischen Gruss. Mit den höchsten Ehren
empfängt das Vaterland die leichte, irdische Last der ewigen Pilgerin.
In Neapel kniet die Herzogin des königlichen Hauses betend an der
Bahre nieder, ehe man sie ausschifft.

Rom erwartet sie. "Friede
in Gott dem ruhelosen Sehnen der Eleonora Duse erflehen in der Stunde
der Rückkehr von ihrer letzten Pilgerfahrt Rom und die Mutter Italien"
- steht über dem Torbogen von Santa Maria degli Angeli. Auf einer
Lafette, wie man die Helden ehrt, wird sie zur letzten Etappe ihrer Reise
von der Kirche zum Bahnhof gebracht.
Asolo wird ihr Ruheplatz. Sie
selbst hatte den Wunsch geäussert: "Ich will in Asolo ruhen,
zwischen dem Montello und dem Monte Grappa, und über meinem Grab
soll geschrieben stehen:
"Begnadet, verzweifelnd,
vertrauend."
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